Verschwunden in den Dünen 3

Verschwunden in den Dünen 3

Die Deich-Bande wieder auf Spurensuche

Regine Fiedler
Verschwunden in den Dünen
Die Deich-Bande – Band 3
Taschenbuch 130 Seiten
ISBN 978-3-942446-58-7
6,50 Euro

Lia, Maybritt und Helge machen eine Klassenfahrt nach Juist. Lia muss sich ausgerechnet mit Emily das Zimmer teilen, obwohl sie die nun wirklich absolut nicht leiden kann. Als sie gemeinsam eine Nachtwanderung machen, verschwindet Emily plötzlich spurlos in den Dünen. Lia gerät schnell in den Verdacht, weil alle glauben, sie habe ihre ungeliebte Zimmernachbarin so drangsaliert, dass sie schließlich abgehauen ist. Die Deichbande setzt nun alles daran, Lias Unschuld zu beweisen. In der Nacht von Emilys Verschwinden waren die Kinder nicht die einzigen in den Dünen. Eine erste Spur führt zu einem jungen Ehepaar, das sie ebenfalls dort gesehen haben. Haben die Beiden etwas mit der verschwundenen Schülerin zu tun?

Regine Kölpin, 1964 in Oberhausen geboren, lebt seit ihrer Kindheit in Friesland. Sie schreibt Kriminalromane und Kurzgeschichten (Für Kinder und Jugendliche unter dem Pseudonym Regine Fiedler) und leitet Workshops und Schreibwerkstätten. Ihre Veröffentlichungen erhielten zahlreiche Auszeichnungen. Zuletzt war sie 2008 für den Kärntner Krimipreis nominiert und für das Jahr 2010 hat sie das Stipendium „Tatort Töwerland“ erhalten.

2011 wurde sie als „Starke Frau Frieslands“ gewürdigt. Sie ist Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller, der Europäischen Autorenvereinigung „Die Kogge“, dem „Syndikat“, den „Mörderischen Schwestern“ und gehört dem Friedrich-Bödecker-Kreis an. Unter dem Motto „Jever ganz mörderisch“ inszeniert Regine Kölpin eine historisch-kriminelle Stadtbegehung. Sie führt auf den Spuren einer Hebamme durch das mittelalterliche Jever und zeigt die kriminellen Seiten der Stadt.

Regine Fiedler / Regine Kölpin geb.1964 in Oberhausen, lebt in Friesland. Publikationen von zahlreichen Romanen und Kurztexten, auch als Herausgeberin tätig. Unter Regine Fiedler schreibt sie für Kinder und Jugendliche. Regine Kölpin leitet seit Jahren Schreibwerkstätten in der Jugend- und Erwachsenenbildung, und inszeniert unter „Jever ganz mörderisch“ historische Stadtführungen. Mehrfache Auszeichnungen, wie zuletzt das Stipendium Tatort Töwerland 2010 und Auszeichnung zur Starken Frau Frieslands 2011.

Mehr über Bücher, Texte, Termine und Lesungs- und Workshop- Programme finden Sie unter www.regine-koelpin.de

Niedersachsen-Krimiwiki: Die Nordseeinsel Juist (dt. [jyːst], niederl. [jœy̑st]) ist eine der ostfriesischen Inseln im niedersächsischen Wattenmeer und liegt zwischen Borkum und Norderney. Die Insel hat eine Länge von 17 Kilometer und ist damit die längste der Ostfriesischen Inseln. Die maximale Breite beträgt 900 Meter, die minimale nur 500 Meter. Juist gehört als Einheitsgemeinde zum Landkreis Aurich in Niedersachsen und hat 1772 Einwohner. Auf der Insel gibt es zwei Orte: den Hauptort Juist (unterteilt in Westdorf und Ostdorf) und das Loog.

Teile der Insel und das Wattenmeer um die Insel gehören zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Die Dünen der Insel erreichen rund 22 Meter Höhe ü. NN. Die höchste Düne trägt den Juister Wasserturm und hat eine Höhe von 22,1 Metern ü. NN.

Niedersachsen-Krimiwiki: Eine Düne ist eine Erhebung aus Sand, die vom Wind angeweht und abgelagert wird. Die Bildung von Dünen setzt das Vorhandensein von Sand und das Fehlen einer geschlossenen Pflanzendecke voraus. Dünen bilden sich daher bevorzugt in trockenen (ariden) Klimazonen, können aber auch in humiden Gebieten auftreten, sofern die befestigende Vegetation beseitigt wurde. Wird der Sand eher gleichmäßig in Form einer Decke aufgeweht, spricht man neutral von Flugsand.

Urlaub auf den deutschen Nord- und Ostseeinseln hat eine gute Tradition. Auch bei Krimiautoren. Barbara Saladin war auf Juist. Ergebnis: Ein Hauch von Meer und Mord. Ebenfalls inselmörderisch zu geht es im neuesten Band der beliebten Krimisammlungsreihe Mordlandschaften: Muscheln, Möwen, Morde  – eine kriminelle Reise vom Darß bis Fehmarn.

Vom 24. bis 26. August findet in Hillesheim der Jubiläums-SherloCON („125 Jahre Sherlock Holmes“) der Deutschen Sherlock Holmes Gesellschaft statt. KBV-Autorin Franziska Franke wird aus diesem Anlass aus ihrem neuesten Pastiche lesen: „Sherlock Holmes – und der Fluch des grünen Diamanten“, ebenfalls frisch erschienen.

Am Freitag, 10. August, startet die Krimi-Caravan-Tour des KBV mit Unterstützung von Fendt Caravan. Abschließend die ersten Termine neben weiteren Leseterminen vom 6. bis 12. August.

„Von einer Insel kann man nicht einfach abhauen“

Barbara Saladin über Juist, die Langsamkeit des Insellebens, James Bond und Island

Kompliment Frau Saladin, wer Juist kennt, wird nach der Lektüre Ihres Krimis „Ein Hauch von Meer und Mord“ den nächsten Inselurlaub buchen. Wer nicht, den wird die spürbare Inselatmosphäre mit dem so genau beschriebenen Inselwind, dem Wellenrauschen oder dem Möwengeschrei überzeugen. Wie oft waren Sie bisher auf Juist?

Saladin: So um die fünf Mal: Das erste Mal kam ich vor vier Jahren im Rahmen des Krimistipendiums „Tatort Töwerland“ nach Juist – und war so fasziniert von der Insel, dass ich seither immer wieder zurückkehre.

Die Inselsituation hat aus Sicht des Krimiautors viele Vorteile, die sie in Ihrem Erstling bei KBV auch direkt thematisieren. Was macht einen Inselkrimi so unverwechselbar zu allen anderen Regionalkrimis?

Saladin: Natürlich die Landschaft und das sie umschließende Meer. Von einer Insel kann man nicht einfach so abhauen, wenn man gerade will. Juist ist in dieser isolierten Situation zudem ein eher extremes Beispiel mit normalerweise nur einer einzigen Fähre am Tag, keiner Möglichkeit, zu Fuß durchs Watt zu entkommen – und wenn sich Nebel über die Insel legt, klappt auch der Flugverkehr nicht mehr.

Und welche reale Geschichte der Barbara Saladin steckt dahinter? Immerhin ist in Ihrem Krimi offenbar doch einiges Autobiographisches versteckt?

Saladin: Das ist eine Frage, die immer wieder auftaucht. Doch „Ein Hauch von Meer und Mord“ ist ein Roman, keine verkappte Autobiographie: Ich habe auf Juist weder je eine menschliche Leiche gefunden noch mich in einen Einheimischen verliebt. Das Einzige, was ich als autobiographisch bezeichnen kann, ist meine Faszination für den Naturraum Wattenmeer und mein Interesse an der Ornithologie.

In „Ein Hauch von Meer und Mord“ ironisieren Sie die Leseveranstaltungen von Krimi-Großschriftstellern, den literarischen Betrieb. Aber auch das skrupellose Inselmarketing, für das ein Mord in der Hauptsaison schlicht geschäftsschädigend ist. Andererseits haben Sie mit dem Stipendium „Tatort Töwerland“ den Juistern auch einiges zu verdanken. Befürchten Sie da nicht den Vorwurf der Undankbarkeit oder der „Nestbeschmutzung“? Schließlich ist Ihrem KBV-Juist-Krimi ja auch die eine oder andere Lesung auch auf Juist zu wünschen?

Saladin: Natürlich wünsche ich mir ein paar Lesungen, und die Erste findet auch auf Juist statt: Beim Krimifestival am 1. September ist Buchpremiere. Und nein, ich befürchte keinen Vorwurf. Ich bin sicher, dass sich weder der Literaturbetrieb an sich noch das Juister Inselmarketing angegriffen fühlen werden. Wieso auch? Es ist eine erfundene Geschichte..

Die eigentliche Handlung scheint sich dem verlangsamten Lebenstempo auf der autofreien Urlaubsinsel anzupassen. Eigentlich ist die Aufdeckung des Mordes vergleichsweise unspektakulär. Bekannte Versatzstücke werden bemüht, auch eine ganze Reihe von Klischees bedient – bis hin zur Urlaubsromanze Ihrer Heldin Isabelle mit dem knorrigen Inselureinwohner Reemt. Wie wichtig ist Ihnen diese Einbettung in das bis ins Detail exakt beschriebene Urlauberleben auf einer Nordseeinsel wie Juist?

Saladin: Die Atmosphäre ist schon wichtig, um eine Geschichte farbig erzählen zu können. Und, ja, ich spiele gerne mit Klischees. Auch beim „verlangsamten Lebenstempo“ haben Sie Recht: Wer eine Actionhandlung à la James Bond mit spritzendem Blut, unzähligen Leichen und permanent explodierenden Autos erwartet, sollte „Ein Hauch von Meer und Mord“ lieber nicht lesen. Explodierende Autos auf einer autofreien Insel sind nämlich eher die Ausnahme, ebenso wie Feuergefechte und Verfolgungsjagden. Deshalb dachte ich mir, dass eine davon im Buch reicht…

Und wie wichtig ist Ihnen die Ironie?

Saladin: Ebenfalls sehr wichtig. Mit einem gesunden Schuss Ironie und Humor ist die Welt an sich viel besser zu ertragen, und das Leben macht deutlich mehr Spaß. Dasselbe gilt fürs Schreiben – und fürs Lesen.

Inselkrimis gibt es viele – welche Insel wäre denn für Sie ein denkbarer nächster Platz für literarischen Mord & Totschlag?

Saladin: Theoretisch ist natürlich auf jeder Insel ein literarischer Mord möglich, ebenso wie überall auf dem Festland. Aber wenn ich mich auf die Inseln beschränken soll: Ich habe verschiedene Ideen von kriminellen Machenschaften auch auf anderen Ostfriesischen Inseln im Hinterkopf.

Zur Zeit bin ich allerdings gerade auf einer anderen Insel: in Island. Und auch hier bietet sich viel an, was sich literarisch gesehen kriminell verwerten lassen könnte – vor allem auch Dinge, denen ich mich in mitteleuropäischen Geschichten nicht bedienen könnte: Vulkane und kochende Schlammlöcher zum Beispiel, unberührte Weiten unwirklicher Steinwüsten, bizarre Lavaflächen mit tiefen Abgründen, einsame Nebelnächte, hohe Klippen über tosender nordatlantischer Brandung… Mal sehen…

Barbara Saladin geb. an einem Freitag, den 13. im Jahr 1976 in der Schweiz. Heute lebt sie auf dem Land im Oberbaselbiet und arbeitet als Journalistin, Redakteurin und als Autorin. Sie veröffentlichte mehrere Kriminalromane, ein Sachbuch sowie zahlreiche Kurzkrimis und Kurzgeschichten, schrieb ein Drehbuch und leitete ein Schweizer Kinofilmprojekt. 2008, während des Stipendiums „Tatort Töwerland“ auf Juist, lernte sie die Ostfriesischen Inseln kennen. Seither liebt sie sowohl Wellen, Watt und Weite der Nordseeküste als auch die Wälder und Weiden der Schweizer Jurahügel und ist literarisch gesehen an beiden Orten zuhause.

Homepage der Autorin Barbara Saladin: www.barbarasaladin.ch

Ein Hauch von Meer und Mord

Ein Hauch von Meer und Mord

Barbara Saladi
Ein Hauch von Meer und Mord
Juist-Krimi – Taschenbuch, 217 Seiten
ISBN 978-3-942446-69-3
9,50 Euro

Die Schweizerin Isabelle besucht ihre Schwester Annina, die ein Praktikum im Nationalparkhaus auf der ostfriesischen Insel Juist absolviert. Vom Urlaub an der Nordsee erhofft sie sich Ablenkung, ist ihre Ehe doch gerade in die Brüche gegangen. Doch Anninas Begeisterung für Flora und Fauna des Wattenmeers vermag Isabelle nicht anzustecken. Nur langsam findet sie Gefallen an der Insel – und an Reemt, dem Vermieter ihres Pensionszimmers. Doch als sie und Reemt nachts am Strand einen Mann finden, der sterbend im Sand liegt, wird die vermeintliche Idylle jäh zerstört. Der Tote ist ein Freund von Annina – und diese glaubt nicht an die Version von Polizei und Presse, wonach er offenbar Opfer eines Irrtums wurde. Sie beginnt auf eigene Faust zu ermitteln, und plötzlich findet sich auch Isabelle unfreiwillig mitten in einem Kriminalfall wieder.

Niedersachsen-KrimiWiki: Die Nordseeinsel Juist (dt. [jyːst], niederl. [jœy̑st]) ist eine der ostfriesischen Inseln im niedersächsischen Wattenmeer und liegt zwischen Borkum und Norderney. Die Insel hat eine Länge von 17 Kilometer und ist damit die längste der Ostfriesischen Inseln. Die maximale Breite beträgt 900 Meter, die minimale nur 500 Meter. Juist gehört als Einheitsgemeinde zum Landkreis Aurich in Niedersachsen und hat 1772 Einwohner. Auf der Insel gibt es zwei Orte: den Hauptort Juist (unterteilt in Westdorf und Ostdorf) und das Loog.

Niedersachsen-KrimiWiki: Der Darß ist der mittlere Teil der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst, die an der südlichen Ostseeküste bei Ribnitz-Damgarten in Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland, liegt. Der Name Darß leitet sich vom altslawischen Wort dračĭ für Dornenstrauch ab und bedeutet also Dornort.

Niedersachsen-KrimiWiki: Fehmarn (dänisch Femern) ist die drittgrößte deutsche Insel und eine Stadt in Schleswig-Holstein. Fehmarn ist 185 km² groß, verfügt über rund 78 km Küstenlinie und liegt zwischen Kieler Bucht und Mecklenburger Bucht in der Ostsee. Die Insel ist durch die Fehmarnsundbrücke mit der Halbinsel Wagrien verbunden. Auf Fehmarn befinden sich in Staberhuk der östlichste und in Marienleuchte der nordöstlichste Punkt Schleswig-Holsteins.

Siehe auch Muscheln, Möwen, Morde. Regionalkrimi-Anthologie von Regine Koelpin. Eine kriminelle Reise vom Darß bis Fehmarn – Mordlandschaften.

Der Kriminalroman (kurz: Krimi) ist ein Genre der Literatur. Er beschreibt in der Regel ein Verbrechen und seine Verfolgung und Aufklärung durch die Polizei, einen Detektiv oder eine Privatperson. Der Schwerpunkt und auch die Sichtweise unterscheiden sich erheblich. Das Genre teilt sich in zahlreiche Untergattungen auf.

Traditionell galten Krimis im Literaturbetrieb als gering geschätzte Trivialliteratur. Die Möglichkeiten, psychologische Momente zu schildern, die den Verbrecher antreiben, Milieubeschreibungen zu liefern oder den Ermittler in eigene Gewissensnöte zu stürzen, bieten aber durchaus Gelegenheit für anspruchsvolle Literatur. So kann man Fjodor Dostojewskis Roman Verbrechen und Strafe (in anderer Übersetzung: Schuld und Sühne) oder Wilhelm Raabes Stopfkuchen geradezu als Krimi auffassen. Auch Friedrich Dürrenmatt und Theodor Fontane (Unterm Birnbaum) haben literarisch anspruchsvolle Kriminalromane geschrieben.

Mittlerweile ist der Kriminalroman eine anerkannte Literaturgattung, für die zahlreiche Literaturpreise vergeben werden. Dazu zählen in Amerika der Edgar Allan Poe Award, Shamus Award und Anthony Award, in Großbritannien die CWA Dagger Awards, in Frankreich der Grand prix de littérature policière, in Deutschland der Deutsche Krimi Preis und der Glauser, in Skandinavien der Glasnyckel (schwed. für Glasschlüssel), in Australien der Ned Kelly Award.

Ursprünge der Kriminalgeschichte

Geschichten und Berichte über Verbrechen faszinierten Menschen schon immer. Das Thema der Schuld und ihrer Sühne und auch die Frage nach den Ursachen des Bösen im Menschen sind grundlegende Archetypen spätestens seit der Geschichte von Kain und Abel.

Den ersten gelungenen Versuch in der Neuzeit, einen Kriminalfall sachlich zu beschreiben, unternahm Friedrich Schiller (1759-1805) mit seiner Erzählung „Der Verbrecher aus verlorener Ehre“ (1786). Nach einer wahren Begebenheit berichtet Schiller, wie ein Mensch zum Verbrecher wird.

Ausschlaggebend waren für Schiller auch die Werke des französischen Anwalts François Gayot de Pitaval (1673 – 1743), der zwischen 1734 und 1743 unter dem Titel „Causes célèbres et intéressantes“ eine Sammlung von insgesamt zweiundzwanzig Büchern veröffentlichte, in denen er interessante, auch aufsehenerregende Rechtsfälle für die breite Masse verständlich darstellte. Es kam ihm auf die Hintergründe der Tat an, und vor allem auf die Psychologie der Täter. Diese Sammlungen waren u.a. auch in Deutschland beliebt. Der Begründer der deutschsprachigen Kriminalerzählung war August Gottlieb Meißner.

Verschiedene Ermittlungsformen

Meist mit dem Whodunit eng verwandt ist der Polizeiroman (police procedural) mitsamt dem oft gebrauchten Kommissariatsthema (Maigret, Sjöwall/Wahlöö). Hinzu kommen immer mehr ungewohnte Handlungsorte und Hintergründe – etwa das antike Ägypten (Death Comes as the End, dt. Rächende Geister von Agatha Christie), das Mittelalter (Der Name der Rose von Umberto Eco, Bruder Cadfael von Ellis Peters), das alte China (Richter Di von Robert van Gulik) oder die Zukunft (Der letzte Detektiv als Hörspiel, Die Stahlhöhlen von Isaac Asimov, Minority Report im Film und Buch).

Jüngste Genreerweiterungen des Krimis siedeln vor allem im Ermittlungsbereich der Pathologie (Samantha Ryan), Psychologie und anderen Begleitwissenschaften. Während bereits früh und vielfach Zusammenfassungen der kriminalistischen Techniken (etwa der von Vidocq und Bertillon in Paris, im Jahrhundert der Detektive) insbesondere als literarisch bearbeitete Fallbeispiele auffindbar sind und sich bis heute in Buchform finden, ist heute die Grenze zu den übrigen Arbeitsgebieten, bis hin zu den allgemeinen juristischen Themen fließend („Nero Wolfe“), finden sich Teile des Themas in vielen Krimis.

Neben diesen Genreerweiterungen aus Begleitwissenschaften der Kriminalistik spielen auch Journalisten bzw. Autoren als Ermittler immer wieder eine Rolle: Siggi Baumeister in den Eifel-Krimis von Jacques Berndorf, Mikael Blomkvist in der Millennium-Trilogie von Stieg Larsson oder Maria Grappa in der gleichnamigen Reihe von Gabriella Wollenhaupt.

Thriller

Beim Thriller (von englisch to thrill ‚mitreißen‘, ‚fesseln‘) steht statt des Rätsels um den gesuchten Täter die Gefährdung des Helden im Mittelpunkt. Im Gegensatz zur klassischen Detektivgeschichte wird der Ermittler im Thriller zum Ziel des Täters. Stellt er im Detektivroman eine unantastbare Person dar, muss er im Thriller um sein Leben fürchten und sich nicht selten handgreiflich gegen seine Widersacher durchsetzen. Es wird dadurch zusätzliche Spannung erzeugt, dass der Leser immer mehr weiß als der Protagonist (das erzeugt den Thrill). Ein Thriller kann also nie in der ersten Person geschrieben sein, sondern immer nur aus Erzählersicht. Der Thriller wird weit mehr von Action- und Horror-Elementen des Filmgenres geprägt als der klassische Detektivroman. Ein Happy End ist nicht mehr garantiert. Es gibt auch sogenannte Mischformen des Detektivromans und Thrillers. Zu nennen wären auch die Spionage- und Agententhriller (007).

Einer der wichtigsten Begründer des Thrillers ist der Schotte John Buchan, 1. Baron Tweedsmuir. Bedeutende frühe (Spionage-)Thriller schrieb auch Eric Ambler.

Multimediale Ausbreitung

Kriminalgeschichten sind als etabliertes Genre medienübergreifend zu werten. Lagen die Ursprünge im Roman und Groschenheft, sind Krimis mittlerweile in allen Medien zu finden, vom Fernsehen über den Film bis hin zum Manga und Comic (beispielsweise BlackSad als „Remake“ der Schwarzen Serie, Dick Tracy). Ein Beispiel ist etwa die Reihe Nestor Burma von Léo Malet, für Fernsehen und Hörfunk bearbeitet, von Jacques Tardi gekonnt im Bande Dessinée, im Comic umgesetzt. Die Spannweite reicht vom Jugendbereich (Die drei Fragezeichen, Die Schwarze Hand, Nick Knatterton) bis hin zum Erwachsenenbereich des Rotlichtviertels und Erotikmangas.

Der Regionalkrimi

Der Regionalkrimi ist, im Gegensatz zu dem Kriminalroman, eher soziologisch orientiert. Die Nebenhandlung ist hier von großer Bedeutung. Was wird durch das Verbrechen vermittelt? (Historische Hintergründe etc.). Der Name gibt den ersten Hinweis auf den Schwerpunkt der Nebenhandlung, also das Hauptthema des Regionalkrimis, nämlich die Region. Jedoch ist nicht jedes Buch, welches in einer bestimmten Region spielt, ein Regionalkrimi. Hierbei wird in der Detailhaftigkeit unterschieden, die genannte Region muss in gewisser Weise „präsentiert“ werden (gute und schlechte Seiten). Wie detailliert das geschieht, ist jedem Autor selbst überlassen. Aufgrund der genauen Beschreibung einer Stadt könnte der Regionalkrimi auch als ein Stück Heimatliteratur gelten. Quelle: wikipedia

Ein Regionalkrimi (kurz: Regiokrimi) wird verstanden als Subgenre des Kriminalromans. Seine Handlung spielt in einer bestimmten Region, meist einer Stadt. Mit dem Begriff „Regiokrimi“ werben kleinere, regional operierende Verlage und bundesweit nicht bekannte Autoren. Sie sprechen Leser an, die sich nicht in erster Linie für die eigentliche Handlung des Krimis interessieren, sondern vor allem auch für ihre eigene Region bzw. ihre Stadt, in der sie die Romanhandlung wiederfinden wollen und den Handlungsort kennen. Die meist im Untertitel erwähnte Region oder Stadt wird mit ihren guten und schlechten Seiten beschrieben.

Ende der 1980er Jahre erschienen, erstmals in größerer Zahl original deutsche Kriminalromane mit deutschen Handlungsorten. Sie wurden als „Regionalkrimis“ bezeichnet, im Gegensatz zu amerikanischen oder englischen Kriminalromanen mit regionalen Schauplätzen in Amerika oder England. Nachdem der deutsche Kriminalroman mit deutschen Schauplätzen bekannt geworden war, hat sich daraus die Welle der „Regionalkrimis“ entwickelt. Quelle: wikipedia

Regionalkrimis aus Niedersachsen